Mein Dive-Buddy- mein Abendteuer – die spannende Zukunft
Tauchen bedeutet mehr, als mit Flasche und Ausrüstung unter die Wasseroberfläche zu gehen. Es bedeutet, eine Welt zu entdecken, die uns im Alltag verborgen bleibt. Eine Welt voller Farben, Begegnungen, Überraschungen und manchmal auch Herausforderungen. Doch eines bleibt dabei immer gleich: Die schönsten Abenteuer erlebt man selten allein.
Denn ein Buddy ist weit mehr als der Tauchpartner, der neben einem herschwimmt. Er ist Sicherheitsnetz und Wegbegleiter, Entdecker und Helfer, Fotograf und manchmal auch derjenige, mit dem man nach einem außergewöhnlichen Tauchgang noch lange über das Erlebte lachen kann. Vertrauen, gegenseitige Aufmerksamkeit und ein gemeinsames Verantwortungsgefühl machen das Tauchen nicht nur sicherer – sie machen es auch intensiver und wertvoller.
„Mein Buddy – mein Abenteuer“ verbindet deshalb zwei Seiten des Tauchsports, die untrennbar miteinander verbunden sind: Sicherheit und Vertrauen auf der einen Seite, gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer auf der anderen.
Dieses Buch möchte kein klassisches Lehrbuch über Tauchsicherheit sein. Vielmehr lädt es dazu ein, in Geschichten einzutauchen und dabei ganz nebenbei zu erfahren, warum gutes Buddy-Verhalten so entscheidend ist. Denn Sicherheitsregeln sind keine trockene Theorie. Sie entstehen aus Erfahrungen – aus Situationen, die man selbst erlebt, beobachtet, gemeistert und manchmal auch erst im Nachhinein verstanden hat.
Autor Thomas Kromp kennt diese Erfahrungen nicht nur aus Büchern oder aus Erzählungen anderer Taucher. Die in diesem Buch beschriebenen Tauchgänge in den unterschiedlichsten Tauchgebieten hat er selbst gemacht und persönlich erlebt. Er kennt die besonderen Momente unter Wasser ebenso wie die Situationen, in denen gegenseitige Aufmerksamkeit, Vertrauen und die richtige Reaktion entscheidend sein können. Seine persönlichen Erlebnisse bilden deshalb die Grundlage für Geschichten, in denen Abenteuer und Sicherheitsbewusstsein miteinander verbunden werden.
Dabei geht es um faszinierende Unterwasserwelten und außergewöhnliche Begegnungen, aber ebenso um die kleinen und großen Erlebnisse, die rund um einen Tauchgang entstehen. Denn das Abenteuer beginnt nicht erst beim Abtauchen – und es endet auch nicht mit dem Auftauchen.
Es beginnt vielleicht schon bei der gemeinsamen Vorbereitung. Beim Packen der Ausrüstung, beim Briefing, bei der Frage, wer heute eigentlich die Kamera mitnimmt. Es geht weiter beim gemeinsamen Abtauchen, beim gegenseitigen Beobachten und Absichern, bei unerwarteten Begegnungen mit der Unterwasserwelt oder bei Momenten, in denen man sich auf seinen Buddy vollkommen verlassen muss.
Und manchmal findet das größte Abenteuer sogar außerhalb des Wassers statt: bei der gemeinsamen Anreise, auf einem Tauchboot, in einer fremden Tauchbasis, beim Erzählen vergangener Erlebnisse beim Wandern oder abends, wenn aus einem außergewöhnlichen Tauchgang eine Geschichte wird, die man noch Jahre später erzählt.
Der rote Faden dieses Buches lässt sich deshalb vielleicht in einem einfachen Gedanken zusammen-fassen:
Alleine taucht man vielleicht ab – aber gemeinsam erlebt man die Unterwasserwelt. Und manchmal beginnt das eigentliche Abenteuer erst danach.
Der Buddy ist dabei nicht einfach „die Person, die neben mir schwimmt“. Er ist jemand, dem ich vertraue. Jemand, der auf mich achtet und auf den ich achten muss. Jemand, mit dem ich besondere Augenblicke teile und der im entscheidenden Moment den Unterschied machen kann.
Denn was wäre ein unvergesslicher Tauchgang, wenn niemand da wäre, mit dem man ihn teilen kann?
Dieses Buch möchte Lust auf genau diese gemeinsamen Abenteuer machen. Es möchte erfahrene Taucher an eigene Erlebnisse erinnern, Einsteiger für die Bedeutung des Buddy-Systems sensibilisieren und vielleicht den einen oder anderen dazu bringen, seinen Buddy beim nächsten Tauchgang mit etwas anderen Augen zu betrachten.
Denn am Ende sind es nicht nur die Orte, die wir betauchen, die Begegnungen mit faszinierenden Lebewesen oder die außergewöhnlichen Momente unter Wasser, die uns im Tauchsport bleiben.
Es sind die Menschen, mit denen wir sie erlebt haben beim Tauchen und darüber hinaus.
Thomas Kromp
Die Tauchausbildung
Tauchausbildung und das Buddy-System
Warum eine gute Tauchausbildung für das Buddy-System so wichtig ist
Das Buddy-System gehört zu den grundlegenden Sicherheitsprinzipien des Sporttauchens. Zwei Taucher tauchen nicht einfach deshalb sicher miteinander, weil sie nebeneinander im Wasser schwimmen. Das Buddy-System setzt voraus, dass beide Partner über ausreichende Kenntnisse, praktische Fertigkeiten und Erfahrung verfügen. Ein funktionierendes Buddy-Team muss unter anderem in der Lage sein,
- die eigene Ausrüstung sicher zu bedienen,
- die Ausrüstung des Partners zu kennen und im Notfall zu unterstützen,
- miteinander unter Wasser eindeutig zu kommunizieren,
- die Orientierung und die gemeinsame Tauchplanung sicherzustellen,
- Luftvorrat, Tiefe, Zeit und Aufstieg gemeinsam zu überwachen,
- bei Problemen ruhig und kontrolliert zu reagieren,
- einen verlorenen Buddy nach einem vorher vereinbarten Verfahren wiederzufinden,
- und bei einem Notfall gegenseitige Hilfe zu leisten.
- Gemeinsam Fitness trainieren
Damit wird deutlich: Die Qualität des Buddy-Systems hängt wesentlich von der Ausbildung und der Erfahrung beider Taucher ab.
Dive-Buddy Kommunikation
Kommunikation und menschliche Unterschiede im Dive-Buddy-Team
Beim Tauchen ist eine funktionierende Kommunikation im Dive-Buddy-Team von entscheidender Bedeutung. Unter Wasser sind die Möglichkeiten der Verständigung naturgemäß eingeschränkt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass sich Tauchpartner bereits über Wasser gut verstehen, ihre gegenseitigen Bedürfnisse kennen und wissen, wie der jeweils andere kommuniziert und auf bestimmte Situationen reagiert.
Hier spielt auch die Berücksichtigung der menschlichen Unterschiede, beispielsweise nach dem DISG-Modell, eine wichtige Rolle. Menschen nehmen Situationen unterschiedlich wahr, kommunizieren unterschiedlich und haben unterschiedliche Bedürfnisse, Erwartungen und Verhaltensweisen. Diese Unterschiede sollten bereits beim Kennenlernen und bei der Auswahl eines Tauchpartners berücksichtigt werden.
Denn wenn sich zwei Dive-Buddys über Wasser gut verstehen, schafft das Vertrauen und Sicherheit – und genau das ist beim gemeinsamen Tauchen von großer Bedeutung. Ein gutes Verständnis füreinander kann dazu beitragen, dass Signale unter Wasser schneller und eindeutiger interpretiert werden und beide Tauchpartner besser aufeinander eingehen können.
Thomas Kromp beschäftigt sich seit 1998 als Trainer der Firma persolog intensiv mit dem Thema DISG und vermittelt dieses Wissen unter anderem auch im Rahmen des Microsoft Job-Stipendiums. Durch seine langjährige Erfahrung als Tauchausbilder weiß er, dass im Tauchsport noch zu wenig auf die individuellen Bedürfnisse und Unterschiede der einzelnen Taucher eingegangen wird.
Besonders interessant sind dabei die Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Menschen unterschiedlicher Generationen können sehr unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen, Erwartungen und Bedürfnisse mitbringen. Diese Unterschiede sollten im Tauchsport stärker berücksichtigt werden – sowohl bei der Ausbildung als auch bei der Zusammenstellung von Dive-Buddy-Teams.
Hier sieht Thomas Kromp einen deutlichen Nachholbedarf. Aus seiner Sicht sollte der Tauchsport den Menschen hinter dem Taucher stärker in den Mittelpunkt stellen. Nicht jeder Taucher lernt, kommuniziert oder reagiert gleich. Wer diese Unterschiede erkennt und berücksichtigt, schafft bessere Voraussetzungen für Vertrauen, gegenseitiges Verständnis und damit letztlich auch für ein positives und sicheres Taucherlebnis.
Thomas Kromp möchte sich deshalb auch in Zukunft noch intensiver mit diesem Thema beschäftigen und dazu beitragen, dass Menschlichkeit, Kommunikation und individuelle Bedürfnisse im Tauchsport einen deutlich höheren Stellenwert bekommen.
Neueste Kommentare